Michael Schultz Daily News Nr.632

Karlsruhe, den 11. März 2014

Liebe Freunde,

mit einem Paukenschlag räumten der Bayernpräsident und seine Verteidiger ein, dass die Summe der hinterzogenen Steuer um ein Vieles höher als bisher bekannt ist. 18,5 Millionen Euro will nun Uli Hoeneß dem Staat vorenthalten haben; sein viel zu spätes Geständnis wird ihn wohl jetzt nicht mehr vor dem Gang in den Knast bewahren. Auch die Selbstanzeige ist damit wohl endgültig unwirksam; letzte Freunde rücken von ihm ab. Um Hoeneß herum wird es einsam, und seine Situation ist mit Beginn des Prozesses weniger kalkulierbar als zuvor. Auch die Fußballer des FC Bayern schauen gespannt auf den Prozess. Pep Guardiola sagte hierzu: 'das Beste, um Uli zu helfen, ist das Spiel zu gewinnen'. Doch Hoeneß ist nicht nur Präsident des großen und mächtigen Sportvereins, er ist auch Vorsitzender des mit prominenten deutschen Wirtschaftsführern besetzten Aufsichtsrates der Bayern München AG. Ob das Urteil wie geplant am Donnerstag gefällt wird, ist nach den neuen Erkenntnissen ungewiss.
Nichts Neues gibt es von der verschwundenen Boeing 777 der 'Malaysia Airlines'. Das Passagierflugzeug stürzte am Samstag auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Beijing ab. Seither fehlt von ihm jede Spur. Für die 239 vermissten Passagiere und Besatzungsmitglieder gibt es keine Hoffnung mehr auf Rettung. Seit heute ist das Suchgebiet ausgeweitet, doch Ansätze, wo der Flieger ins Meer gestürzt sein kann, gibt es nicht. Die Regierung Malaysias spricht von einem unglaublichen Rätsel. Ob die Passagiere mit falscher Identität mit dem Verschwinden etwas zu tun haben, bleibt ebenso unklar. Alles was bisher bekannt wurde, hat sich als unrichtig entpuppt. Zehn weitere Satelliten sollen nun die suche nach dem Standort unterstützen.
Zu Thema Buchkultur eröffnet heute in Leipzig das Deutsche Buch- und Schriftmuseum eine Ausstellung, in der Originale der vor 100 Jahren am selben Ort gezeigten Weltausstellung wieder zu sehen sein werden. Mit ihr soll das weitbeachtete Spektakel der sogenannten Bugra von 1914 neu inszeniert werden. Postkarten, Buchdrucke und Pavillionreste erzählen von der Weltausstellung vor und während des Ersten Weltkriegs.
Aus der Sammlung des Nationalen Museums der Künste in Havanna sind nach Behördenangaben dutzende Kunstwerke gestohlen worden. Es geht um mindestens 70 Werke, und vor allem um Bilder des kubanischen Malers Leopoldo Romañach. Professionell wurden die Gemälde aus den Rahmen entfernt und warten nun auf eine spätere Verwendung. Die meisten Kunstwerke stammen aus der bekannten Kunstperiode 'Cambio de siglo' (Jahrhundertwende) und sind zwischen den Jahren 1897 und 1927 entstanden.
In New York wurde in der MoMA-Außenstelle PS1 eine Schlingensief-Schau eröffnet. Werke des 2010 im Alter von 49 Jahren verstorbenen Künstlers werden nun erstmals in den USA gezeigt. Filme, Fotos, Installationen, Inszenierungen sowie Aufzeichnungen von Opern- und Theaterproduktionen des Auktionskünstlers und Film- und Theaterregisseurs sind dort bis Ende August zu sehen.
In Karlsruhe, wo wir uns seit gestern befinden, wird morgen die 11. Auflage der 'Art Karlsruhe' eröffnet. Aus der einst kleinen südwestdeutschen Regionalmesse hat sich eine bedeutende Kunstmesse entwickelt, die mittlerweile zum Go der bundesdeutschen Kunstsammler gehört. Aber auch für Sammler aus der Schweiz, Österreich und dem naheliegenden Frankreich ist der Besuch in Karlsruhe ein absolutes Muss. (12. - 16. März, Messe Karlsruhe, Messeallee 1, 76287 Rheinstetten, Öffnungszeiten: 12. März: 14 - 21 Uhr (nur für geladene Gäste, 13. - 15. März: 12 - 20 Uhr, 16. März: 11 - 19 Uhr)

Es gibt hier nicht nur gute Kunst zu sehen. Mit annährend 20 Grad macht auch das Wetter mit. Bis morgen mit besten Grüßen.

Michael