Michael Schultz Daily News Nr.617

Berlin, den 21. Februar 2014

Liebe Freunde,

die Olympischen Spiele gehen in ihre Endphase. Am Sonntag ist Schluss, und schon jetzt wird  die Abschlussfeier vorbereitet.  Wenn auch die Mindestschmerzgrenze von 30 Medaillen bei langem nicht erreicht werden wird, waren die Spiele aus deutscher Sicht alles in allem gar nicht so schlecht. Heute könnte  für Maria Höfl-Riesch im Slalom der Frauen eine weitere Medaille hinzukommen, und noch eine dann später bei den Herren für Felix Neureuther - das müsste es dann gewesen sein. Gut, dass bald Schluss ist, die Luft ist bereits raus. Alles wird überlagert von den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in der Ukraine. Dort soll man sich in der letzten Nacht auf eine 'friedliche' Beilegung geeinigt haben. Wie die genau aussieht, wird im Laufe des Vormittags bekannt gegeben. Weil in den Statuten der Olympischen Charta jegliche Form von Werbung untersagt ist, wurde den ukrainischen Sportlern das Tragen von Trauerbinden untersagt. Im Eiskunstlauf wurde der Koreanerin Kim Yu Na eine sichere Goldmedaille verweigert; diese wurde der Russin Adelina Sotnikowa zugesprochen. Die Fachwelt ist entsetzt. Besonders bei den Bewertungssportarten wird gerne geschummelt; auf dem Eis ist dies eine altbekannte Tatsache. Wenn am Sonntag dann alles vorbei ist, wird Sotschi ganz schnell in Vergessenheit geraten. Werbung als Wintersportort konnte mit dem warmen Wetter und den kahlen Bergen kaum gemacht werden. Annährend 35 Milliarden Euro sind dann im Kaukasus versenkt; doch die nächsten Spiele kommen bestimmt.

Erfreulich aus sportlicher Sicht war das 2:2 Unentschieden der Frankfurter Eintracht beim portugiesischen Star-Ensemble des FC Porto. Obwohl die Portugiesen  bereits mit zwei Toren vorne lagen, konnten die Frankfurter zum Ende hin noch ausgleichen. Nach 20 Jahren Abstinenz haben sie jetzt beste Aussichten,  mal wieder das Achtelfinale der Europa League zu erreichen. Drücken wir ihnen die Daumen.

Eine Wandmalerei des britischen Künstlers Banksy ist in Florida für 575.000 US Dollar versteigert worden. Banksy hatte das Bild von zwei sich küssenden Polizisten im Jahre 2005 auf die Wand eines englischen Pubs gemalt, von dort wurde die Mauer samt Bild entfernt und nach Amerika verschifft. Erst letzten Herbst sorgte der Künstler in New York für Aufsehen, weil Originale von ihm am Central Park von einem fliegenden Händler für 60 Dollar verkauft wurden. Seine Identität ist nach wie vor unbekannt.

Um Anmut, Erotik und die Verführung von Musen und Models geht es in einer ungewöhnlichen Doppelausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Von heute bis zum 15. Juni werden Gemälde des klassizistischen Malers Anselm Feuerbach Fotografien von Modezar Karl Lagerfeld gegenübergestellt.  Von Feuerbach sind rund 30 Gemälde zu sehen, denen 60 Schwarzweiß-Fotografien von Lagerfeld gegenüberstehen. 

Die Bremer Kunsthalle eröffnet am Samstag eine Picasso-Ausstellung. Im Zentrum der Show stehen 30 Portraits, die Picasso im Jahre 1954 von der damals 19jährigen Sylvette David gemacht hat. Durch ihr Modellstehen im Atelier des Meisters wurde die junge Dame schlagartig bekannt; sie selbst wurde später Künstlerin und nahm den Namen Lydia Corbett an. Heute lebt und arbeitet sie in England.

In den USA ist ein Riesenjackpot geknackt worden. 425 Millionen Dollar warten auf den Gewinner. Dieser hatte das Los für 2 Dollar an einer kalifornischen Tankstelle erworben und dürfte mit seinem Supergewinn ein für alle Mal ausgesorgt haben. Die Chancen, einen solchen Pott zu knacken, liegen bei 1:175 Millionen. Die Deutschen hingegen fordern laut einer Statistik ihr Glück immer seltener heraus. Die Einnahmen der Lotto-Gesellschaften sind rückläufig. Waren es 2011  noch rund 50 % aller Deutschen, die ihr Glück im Spiel suchten, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 40 %. Die sinkende Arbeitslosigkeit könnte ein Grund hierfür sein.

Wir suchen unser Glück im Alltag und freuen uns über jeden Augenblick des Glückseligseins. Besonders an den Wochenenden. In diesem Sinne die besten Wünsche.

Bis Montag mit Gruß

Michael