Michael Schultz Daily News Nr.589

Berlin, den 9. Juli 2013
Liebe Freunde,

Joseph Beuys, und das wissen wir von ihm selbst, stürzte im März 1944 mit einer Stuka Ju 87 auf der Krim ab. Dass er den Sturz überlebte, verdankt er der Rettung durch Tataren und Schamanen, die ihn mit Fett eingerieben und in Filz eingewickelt haben sollen. So jedenfalls soll es sich laut Beuys zugetragen haben. Dieses Trauma mystifizierte er und aus ihm heraus ist seine Kunst entstanden, die sich zeitlebens gegen den Krieg, dessen Folgen und das psychische Elend der überlebenden Soldaten richtete. Er propagierte eine andere Weltordnung, gehörte zu den Mitbegründern der Grünenbewegung und sensibilisierte Generationen Früh- und Spätgeborener für mehr Bewusstsein zum eigenen Handeln. Beuys war Pazifist, doch das wird jetzt in Frage gestellt.

 

BU fett und einzeilig unter jedes Bild. Und mit solch engem Abstand zum Bild als nun hier zu sehen ist. Bis zu 4 oder 5 Bilder möglich als Bildstrecke innerhalb des Textes? Und läßt sich dann hier auch noch die Bildbreite variieren, falls er das dann irgendwann will? Die Stelle im Text wird vom Boss vorgegeben.

 

Der Pilot des Kampfflugzeuges, Hans Laurinck, erlag bei dem Absturz seinen schweren Verletzungen. Am 3. August verfasste Beuys einen Beileidsbrief an die Familie des gefallen Kameraden. Dieser wurde nun öffentlich, und im aktuellen 'Spiegel' Faksimile abgedruckt. Kommentiert wird das geschriebene von Ulrike Knöfel, die zu der Erkenntnis kommt, dass die selbst gestrickte Kriegslegende um den Avantgarde Superstar der 70iger und 80iger nun endgültig zusammen gebrochen ist. Die Maschine  der  beiden wurde nicht von russischen  Abfangjägern vom Himmel geholt; schlechtes Wetter war der Grund, und möglicherweise navigatorische Fehlinterpretation des dafür verantwortlichen Bordmitgliedes Joseph Beuys. In seiner Geschichte war er der Pilot, doch dieses ist nun widerlegt. 

 

Gruß und bis morgen.

Michael