Michael Schultz Daily News Nr.576

 

 

Berlin, den 9. Dezember 2013

Liebe Freunde,

eine lange Woche lang stand Miami im Fokus der Kunstwelt. Wie bereits berichtet, wurden im Stadtgebiet zeitgleich 21 Kunstmessen durchgeführt. Wer sie alle besuchen wollte, der hätte bei der unterschiedlichen Laufzeit tagtäglich mindestens auf 3 Veranstaltungen aufschlagen müssen. Das ist selbst für die ganz Eifrigen kaum zu schaffen; man konzentriert sich auf Bekanntes und nur vereinzelt wagt man den Blick in nicht Bekanntes. Doch auch diese Messen vermelden guten Publikumszuspruch; besonders dann, wenn die Locations an prominenten Orten sind. Die 'UNTITLED' zum Beispiel, hat das Ausstellungszelt direkt am Beach aufgeschlagen und das natürlich zieht die Besucher an. Die Qualität des Ausstellungsgutes spielt dabei nicht die entscheidende Rolle; der ungewöhnliche Ort ist es. 

Wenn man berücksichtigt, dass die Hurrikansaison offiziell erst am 30. November beendet ist, und wenige Tage danach bereits die ersten Ausstellungszelte bespielt werden, ist es ohnehin ein großes Wunder, dass bisher noch nichts Größeres passiert ist. Im Jahre 2005 wurde das Zelt der 'PULSE' von einem Regensturm in Mitleidenschaft gezogen. Die Kunstwerke mussten vor den hereinfließenden Wassermassen auf Kisten hochgestellt werden. Am nächsten Tag war alles vorüber und im Nu wieder trocken. 

Miami wurde zu dem was es geworden ist, hauptsächlich dadurch, dass in den 1920er Jahren dort das Glücksspiel erlaubt war, und die Bewohner die Prohibition weitgehend ignorierten. Dadurch immigrierten Tausende aus dem Norden der USA und lösten einen Bauboom aus. Später, in den 1980er Jahren, war Miami, bedingt durch die Nähe zu den Herstellungsländern,  der größte Umschlagplatz für Drogen aus Kolumbien, Bolivien, Ecuador und Peru. Die Drogenbarone brachten US-Dollar nach Miami, wo das Geld durch diverse Investitionen in Bauvorhaben schnell gewaschen werden konnte. In dieser Zeit wurde die bekannte Fernsehserie 'Miami Vice' gedreht.

Heute geht es alles ein wenig gemächlicher zu. Im warmen Winter tummeln sich meist ältere Menschen an den weitläufigen Stränden; im Frühjahr sind es die Jungen, im Sommer die Familien und im Herbst mischt sich das alles. Miami gilt als kultureller Schmelztiegel mit starkem Latinoanteil. Vor allem Kubaner, Brasilianer, Argentinier, Haitianer, Venezolaner und Puerto - Ricaner haben sich dort niedergelassen.

In der ersten Dezemberwoche ist die Welt der Kunst dort zu Gast. Für die Tourismusmanager ein wahrer Segen - weltweit wird in großer Aufmachung über das Event berichtet. Nur Positives ist zu berichten - auch wenn der Berliner 'Tagesspiegel' am Horizont ein Bröckeln an der Preisspirale sieht. Durchweg wurden beste Geschäfte gemacht; auf der 'Art Basel Miami' gab es wenige Stunden nach Eröffnung die ersten ausverkauften Messestände. Auch wir sind mit dem Ergebnis zufrieden: von SEO konnten wir fünf Kunstwerke in gute Hände geben; die Nachfrage zu den Bildern von Bernd Kirschner war gut, für ihn haben wir in 2015 eine Museumsausstellung fest vereinbart.  Aber auch Andy Denzler, Simon Raab und alle anderen aus unserem jungen Programm wurden von der internationalen Sammlerschaft gut aufgenommen. Unsere Zusage für 2014 haben wir bereits erteilt.

Das Schreiben der 'Daily News' ist ein täglich wiederkehrendes Hochvergnügen. An manchen Tagen, besonders dann wenn die Zeitumstellung die Sinne verwirrt, müssen diese allerdings, damit sie rechtzeitig ankommen, um Mitternacht verfasst werden. So auch die Ausgabe vom vergangen Freitag. Wenn dann auch noch der Computer abstürzt ist alles zu spät. Dann gilt es zu retten, was zu retten ist und wenn dann das Ergebnis nicht das gewollte ist, sind wir unzufrieden. Daher bitte wir um Nachsicht; besonders für den Newsletter vom Freitag letzter Woche.

Morgen geht es wieder weiter; in alter Berliner Frische. Bis dahin die besten Grüße.

Michael