Michael Schultz Daily News Nr. 880

Michael Schultz Daily News Nr. 880

Berlin, den 27. Februar 2015

von Montag bis Freitag, Tag für Tag und immer in der frühen Morgenstunde, wird dieser Newsletter geschrieben. Danach im Büro korrekturgelesen, formatiert und auf die Reise geschickt. Erreicht er nicht bis spätestens 11 Uhr die Leser, dann wird es eng. Das Handy klingelt, die ersten SMS kommen: was ist los mit dir, ist was passiert.....

Es gibt Tage, an denen verspätet sich der Versand; manchmal streikt der Computer, auch schon mal das Hirn. Geschrieben wird zu Hause, gemeinsam mit dem ersten Espresso. Qual ist es eigentlich nie; es dient der Disziplinierung und dem geistigen Training. Ja, es macht mitunter sogar Spass. Besonders dann, wenn die Reaktion der Leser Erfrischendes in die Waagschale wirft.

Von den berühmten Kollegen, die schreiben müssen um zu überleben, hört man immer wieder von einer sogenannten Schreibblockade. Auch mich hatte es schon mal erwischt; ging aber schnell vorüber. Wenn die Russen ihr schweres Gerät aus der Ostukraine abziehen, montags in Dresden kaum wer auf die Straße geht. Wenn sich der Kunstmarkt auf entscheidende Tage vorbereitet, die Bayern wie am Fließband ihre Spiele gewinnen. Wenn die Sonne dann auch noch scheint, die Griechen zur Domeszur zurückkehren und es nichts, aber auch garnichts gibt, worüber wir uns echauffieren können, wissen wir immer noch, worauf es ankommt: gleichmäßig und ruhig atmen, beobachten und reflektieren. 

Ja, wir haben sogar Nachahmer generiert. Einer von ihnen hat immerhin fast 200 Nummern am Stück geschafft. Chapeau! Andere schreiben wöchentlich, und ganz andere nur sporadisch. Jeder, der gerne schreibt, dies täglich tut und bei Wind und Wetter seine News unters Volk bringt, der weiß, dass das zwar keine schweißtreibende Beschäftigung ist, dafür aber äußerste Disziplin verlangt.

Unter der Woche, und das ist ein absolutes No-Go, gibt es Alkohol (wenn überhaupt) nur in geringen Dosen. Besäufnisse werden grundsätzlich auf das schreibfreie Wochenende verlegt. Aber, es geht leider nicht immer. Recht oft gelingt das, doch immer geht das nicht.

Zu feiern, dafür gibt es viele Gründe, und Ausreden auch. Die gängigste und verwerflichste ist: Tut mir leid, ich war gestern auf dem Geburtstag meiner Oma. Jeder der das hört, weiß dass da was nicht in Ordnung ist; aber dagegen was zu machen geht nicht. Die Oma steht über allem. Immer.

Wer sich nicht zügeln kann, der sollte unter der Woche den Griff zur Flasche vermeiden. Es fängt immer nur mit einem Glas an. Was sich daraus entwickeln kann, wissen wir: Räusche, die einem das Hirn verkleben. Die Jungen unter uns stecken das locker weg. Je älter man jedoch wird, desto länger dauert die Rekonvaleszenz. 

Wen es erwischt, der kann ein Lied davon singen. Schwere Birne, lahme Beine und nur Unsinn im Kopf. Am Ende aber muss jeder wissen, wie er damit umgeht. Schließlich sind wir ja alt genug.....

In der kommenden Woche kommen die Daylies bis Donnerstag aus New York, am Freitag dann aus Karlsruhe. Zwei gleichzeitig stattfindende Messen treiben uns dorthin. Was wir wo genau ausstellen, ist unter http://www.schultzberlin.com/de/art-fairs  in Erfahrung zu bringen.

Manchmal muss man die Feste halt doch so feiern wie sie kommen.