Michael Schultz Daily News Nr. 862

Michael Schultz Daily News Nr. 862

Berlin, den 3. Februar 2015

überall dort, wo sich unter dem menschenverachtenden Schirm der 'Pegida'-Bewegung fremdenfeindliche Kundgebungen ansammeln, halten wahre Demokraten dagegen. Mittlerweile habe diese die Oberhoheit über die deutschen Innenstädte zurückerobert;  wo der Mob auf die Straße geht, stehen ihm tausende Friedliebende entgegen.

In München waren es gestern mehr als 15.000 Menschen, die für ein offenes und buntes Stadtbild demonstrierten. In einer Lichterkette, die sich durch die gesamte Innenstadt zog und in die fünf Kirchen miteingebunden waren, wurde ein deutliches Zeichen für Frieden und Toleranz gesetzt. Der Münchener 'Bagida'-Ableger hingegen konnte nur rund 350 Anhänger mobilisieren.

Von dort allerdings war starker Tobak zu vernehmen: 'Nur wir sind das Volk, und geben nun den Takt an. Ihr dort oben - Heuchler, Lügner, Vaterlandsbetrüger - unser Anfang mit 'Pegida' läutet euer Ende ein', stand auf ihren Plakaten. Ein stadtbekannter Islam-Hasser las am Ende der Demo eine Liste mit den Adressen von Asylunterkünften vor. Nach jedem Standort rief er: 'wollt ihr das', vereint brüllten die Versammelten mit 'Nein'. Der Aufmarsch erinnerte schon sehr stark an die übelste Zeit unserer Geschichte.   

In Dresden hingegen ging es gestern ziemlich entspannt zu. Keine Demo, die Stadt kommt ein wenig zur Ruhe. Unterdessen gründen 'Pegida'-Abtrünnige einen neuen Verein: 'Direkte Demokratie für Europa'.  Die neue Bewegung der Ex-'Pegida'-Sprecherin Kathrin Oertel und sechs weiterer Aussteiger will für Volksentscheide eintreten und sich zu Einwanderungsfragen äußern. Laut Oertel werde sich der Verein rechts von der CDU positionieren. Man wolle keine Gegenveranstaltung zu 'Pegida' sein und auch nicht am selben Tag demonstrieren. Die erste Kundgebung soll am kommenden Sonntag in Dresden stattfinden. 

Was auch immer zukünftig in Dresden und sonstwo geschieht: 'Pegida' hat sich überholt, ihr Zenit ist überschritten, die Bewegung zerlegt sich gerade in ihre Einzelteile. Trotzdem müssen wir achtsam sein, die Unverbesserlichen dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren. Sie schaden dem nur mühsam wiedererlangten Ansehen unseres Landes, ihr Erscheinen ist ein Tritt in die Gesichter derer, die nur mit größter Mühe dem Schreckensregime des Nationalsozialismus entkommen sind. 

Multikulti, so steht es im aktuellen 'Spiegel', gab es bei uns schon in der Steinzeit. Bereits vor 'achttausend Jahren war Deutschland ein Einwanderungsland. (....) Die vermeintliche Edelrasse der Germanen beruht in Wahrheit auf einer Mixtur verschiedener Sippen, Clans, Ethnien, die einst aus allen Himmelsrichtungen herabströmten, um jene edlen Ackerböden zu erobern, in deren Nähe sich heute 'Pegida'-Anhänger vor der Überfremdung des Abendlandes fürchten'. 

Multikulti live gibt es heute Abend auch wieder in der Bundesliga. Ohne die vielen ausländischen Spitzensportler wäre das Gekicke bei weitem nicht so ansehnlich. Ein gutes Beispiel effektiver Einwanderungspolitik lieferte gerade der Wüstenstaat Katar: mit einer aus vielen Ländern zusammengewürfelten Multikulti-Handball Truppe wurde der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft erkämpft. Chapeau.

 

 

 

 

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