Michael Schultz Daily News Nr. 796

Michael Schultz Daily News Nr. 796

Köln, den 27. Oktober 2014
 
Liebe Freunde,
 
gestern war es mal wieder so weit: Die Winterzeit beginnt, und die Uhren wurden um eine Stunde zurückgestellt. Statt der gewohnten 24 Stunden Zeit für Aktivitäten und einem gesunden Schlaf, stehen plötzlich nunmehr 25 Stunden zur Verfügung, und das bringt uns mächtig durcheinander. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse  Niedersachsen gerät der Bio-Rhythmus bei der Umstellung durcheinander, auch ein Mini-Jetlag von einer Stunde mache den Menschen zu schaffen. Der Jetlag, den man sonst nur von Auslandsreisen kennt, bringt die innere Uhr durcheinander. Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können die Folge sein.
Mit wenig Aufwand kann man Beschwerden beim Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit jedoch vermeiden, so die Kasse. Wer kann, schläft die ersten Tage nach der Zeitumstellung eine Stunde länger als sonst. Und wer sonst immer einen Mittagsschlaf hält, verzichtet am besten eine Woche lang gänzlich auf das Nickerchen. So kann sich der Bio-Rhythmus leichter neu einstellen, und nachts schläft man besser. Autoreisen tritt man möglichst früher am Tage an, um Müdigkeit und Konzentrationsschwächen beim Fahren als Folge des Mini-Jetlag zu vermeiden.

Die Anpassungszeit an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus ist individuell sehr unterschiedlich und schwankt meist zwischen zwei und sieben Tagen. Schlafmittel sind in dieser Zeit jedoch überflüssig. Der Körper schafft die Umstellung von alleine. Die TK empfiehlt naturheilkundliche Mittel aus Baldrian, Hopfen und Melisse, um temporäre Einschlafstörungen in den Griff zu bekommen.

Ein Jetlag wird dadurch verursacht, dass aufgrund der Zeitverschiebung die inneren Bio-Rhythmen nicht mehr mit äußeren Zeitgebern wie Tag und Nacht übereinstimmen. Werden mehrere Zeitzonen überquert, verschieben sich Tag und Nacht im Vergleich zum Ursprungsland nämlich deutlich. Die inneren Rhythmen laufen dagegen zunächst nach der gewohnten Zeit weiter. Zu den inneren Bio-Rhythmen zählen nicht nur der Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch andere Rhythmen, die an den Tagesverlauf gekoppelt sind. Dazu gehören beispielsweise die Körpertemperatur, die Hormonausschüttung und der Blutdruck. Je mehr Zeitzonen durchschritten werden, desto schlimmer fällt in der Regel auch der Jetlag aus. Dies liegt daran, dass sich die inneren Rhythmen recht langsam anpassen. Auch kann die Anpassungsdauer bei verschiedenen Körperfunktionen unterschiedlich ausfallen. So kann es durchaus passieren, dass sich der Schlaf-Wach-Rhythmus bereits an die neue Zeit angepasst hat, die Verdauung, der Hunger oder die Körpertemperatur jedoch noch in der alten verweilen.
 
Aufgrund des veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus treten häufig starke Müdigkeit, Erschöpfung, Abgeschlagenheit und Stimmungsschwankungen auf. Durch die Müdigkeit kann sich auch die Reaktionsgeschwindigkeit verschlechtern. Ebenso können sich Schlafstörungen bemerkbar machen: Man kann abends nicht einschlafen, hat Probleme mit dem Durchschlafen oder wacht bereits sehr früh am Morgen auf. Da durch die Zeitverschiebung neben dem Schlaf-Wach-Rhythmus auch noch andere Bio-Rhythmen durcheinander gebracht werden, können sich außerdem Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel bemerkbar machen. Häufig ist auch der Magen-Darm-Trakt betroffen, wodurch sich zu unpassenden Zeiten Harn- und Stuhldrang sowie ein Hungergefühl einstellen können.

Schlussendlich hier noch schnell einige Tipps, wie man den Schmerz der geschenkten Stunde besser ertragen kann: Auch wenn es schwer fällt, bitte bis zum Abend ohne Zwischenschlaf durchhalten und sich tagsüber möglichst viel im Freien aufhalten. Sonnenlicht hemmt die Melatonin-Produktion, und so kann sich der Körper besser an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen. Das Schlafhormon Melatonin ist maßgeblich an der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt und sorgt abends dafür, dass wir müde werden. Wer zu einer ungewöhnlichen Zeit Hunger verspürt, sollte nur eine kleine Portion zu sich nehmen. Und weil Jetlag auch ein bisschen Kopfsache ist, bitte nicht ständig in der alten Zeit denken. 'Stellen Sie sich dagegen so gut wie möglich auf die neue Ortszeit ein, und nehmen Sie am sozialen Leben teil', raten uns die Spezialisten von der Techniker Kasse.
 
Die Zeitumstellung war 1980 in Deutschland eingeführt worden, um das Tageslicht besser ausnutzen zu können. Die Regelung hat viele Feinde. Nur 27 Prozent der Deutschen halten sie laut einer aktuellen Umfrage der DAK für sinnvoll - die große Mehrheit von 71 Prozent lehnt den turnusmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit ab. Auch Schlafmediziner warnen davor, die Umstellung auf die Normalzeit auf die zu leichte Schulter zu nehmen. Die veränderte Uhrzeit führe zu rund 8 Prozent mehr Verkehrsunfällen. Auch die Krankenhauseinweisungen mit Verdacht auf Herzinfarkt stiegen in den Tagen danach an, wie die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) berichtet. Der Produktion gehen alljährlich rund 200 Millionen Arbeitsstunden verloren.
Für die Deutsche Bahn, die ja sonst kaum vor innovativen Ideen strotzt, ist die Zeitumstellung längst Routine. Die DB-Nachtzüge halten in der Nacht zum Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke. Damit beugt die Bahn der eher ungewöhnlichen Situation vor, dass ihre Züge zu früh ankommen könnten. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Den Fußballern des FC Bayern, die wegen ihrer vielen internationalen Einsätze mit einer Stunde Zeitverschiebung eigentlich kein Problem haben dürften, wurde die geschenkte Stunde zum Verhängnis: Auf dem Bökelberg in Mönchengladbach gab es gestern Abend ein dürftiges 0:0. Zwei Punkte wurden liegengelassen; hoffentlich werden diese am Ende nicht schmerzlich vermisst.
In Köln war die 'Art Fair' trotz schwerer Straßenkämpfe zwischen Hooligans, Salafisten und der Polizei auch gestern gut besucht. Mit unserem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden. Die Messe ist heute noch von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Den Schlussbericht liefern wir morgen.

Die Kunsthalle in Dresden eröffnet morgen Abend um 18.30 Uhr mit dem Titel: ‚Alles fließt‘ eine sehenswerte Ausstellung mit Werken von Bernd Zimmer. Die Einführungsrede hält der renommierte Kunsthistoriker Jürgen Schilling; ein Besuch, der sich sicherlich lohnt.

Das war‘s für heute. Ein bisschen trocken, dafür aber informativ.

 

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