Michael Schultz Daily News Nr. 673

Michael Schultz Daily News Nr. 673



Berlin, den 7. Mai 2014

Liebe Freunde,

im Februar 1991 veröffentlich Freddy Mercury mit seiner legendären Band  'Queen' den Song 'The Show Must Go On'. Damals war dies ein zarter Hinweis auf sein nahes Ende, was seinen Fans erst hinterher klar wurde. Wenige Monate nach dem Songstart war Mercury tot. Das Sprichwort, dass die Show immer weiter gehen muss, ist allerdings bedeutend älter als der 'Queen'-Song. Es gilt als grundlegende Bühnenweisheit, dass egal was auch immer passiert, die Show eben weitergehen muss. Im übertragenen Sinne gilt das auch für uns: nach den gut besuchten und recht erfolgreichen Ausstellungen von Gerhard Richter und Kim Yusob bereiten wir für das Wochenende die nächsten Vernissagen vor. Unter dem Titel 'Tales from Nowhere' zeigen wir die aktuelle Atelierproduktion von Bernd Kirschner. Nebenan in der contemporary Galerie  installieren wir gerade die Show des chinesischen Porzellankünstlers Ma Jun. In 'Immaterial Substance' zerlegt er frisch geschlachtete Schweine und verleiht ihnen mit der ungewöhnlichen Materialität ästhetische Eleganz. Eröffnung am kommenden Samstag um 19 Uhr.

In Folge einer Herzoperation ist der wegen seiner umstrittenen Beutesammlung ins Gerede gekommene Kunstsammler Cornelius Gurlitt  gestern im Alter von 81 Jahren in seiner Schwabinger Wohnung gestorben. Vermutlich hat dem schwerkranken Eigenbrötler das öffentliche Gezerre um die Beschlagnahme seiner Bilder schwer zugesetzt und letztlich den Tod gebracht. Dem 'Spiegel' sagte er im vergangenen November: 'die hätten doch warten können mit den Bildern, bis ich tot bin.'  Der letzte Eintrag auf seiner Webseite stammt vom 16. Februar, darin schrieb Gurlitt: 'ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und Ruhe.' Nach Informationen aus seinem Umfeld soll der 'unschädliche Teil' seiner Sammlung zusammen bleiben und an eine ausländische Institution vermacht werden. 

Gestorben ist auch die Wiener Malerin Maria Lassnig. Kennzeichnend für ihr umfangreiches Werk sind die 'Körpergefühlsbilder' mit denen sie sich im Laufe der Jahre vollkommen von stilistischen Zwängen und Vorbildern löste. Das Thema Köper - Körperlichkeit - Körperempfinden wird heute von vielen Künstlerinnen bearbeitet. Lassnig war eine der ersten, die sehr früh mit ihrer Malerei die weibliche Position in der Kunst und der Gesellschaft reflektierte.  Drastisch und offen stellte sie den weiblichen Körper als Lebensentwurf und Biografie ins Zentrum ihrer Arbeit. Im Jahre 2013 erhielt sie den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig. Sie wurde 94 Jahre alt.

Vor einiger Zeit zirkulierte ein ekelerregendes Schauermärchen durch die Medienwelt: angeblich soll der in Ungnade gefallene Onkel des nordkoreanischen Jungdespoten Kim Jong Un, Jang Song Thaek, zum Tode verurteil worden und nach der Erschießung Bluthunden zum Fraß vorgeworfen worden sein. Nach Aussage des früheren US-Basketballstars Dennis Rodman soll der Diktatoren-Onkel noch am Leben sein. 'Man kann alles Mögliche über Nordkorea sagen und die Leute würden es glauben', sagte Rodman der jüngsten Ausgabe des Magazins 'DuJour'. Als er zuletzt in Nordkorea gewesen sei, sei erzählt worden, Kims Onkel Jang sei hingerichtet und 'an die Hunde verfüttert' worden. 'Dabei stand er genau neben mir.'


 

Ex-Basketballstar Dennis Rodman zu Besuch bei Nordkoreas Diktator Kim Jong Un © dpa. Zwei scharfe Typen.

Pjöngjang hatte die Verurteilung und Hinrichtung Jangs offiziell bestätigt. Demnach wurde das Familienmitglied des Herrscherclans wegen angeblicher Umsturzversuche und anderer Verbrechen als 'Verräter' Mitte Dezember exekutiert. Vor Gericht soll er angeblich gestanden haben, einen Staatsstreich geplant zu haben.

Rodman hatte Nordkorea schon mehrfach besucht, zuletzt im Januar. Damit hatte er sich immer wieder harsche Kritik eingehandelt, weil er sich etwa weigerte, bei seinen Treffen mit Kim das Thema Menschenrechte anzusprechen und ihm stattdessen ein Geburtstagsständchen darbot. Das kommunistische Nordkorea ist eines der am meisten abgeschotteten Länder der Welt. Kim regiert das Land mit autoritärer Hand, weite Teile der Bevölkerung sind nach UN-Angaben bitterarm und leiden Hunger. Umstritten ist auch das nordkoreanische Atomprogramm. Dazu sagte Rodman dem Magazin 'DuJour', Kim habe nicht die Absicht, 'jemanden zu bombardieren', er 'liebe die Amerikaner'. Vielmehr wolle er Gespräche mit US-Präsident Barack Obama führen. Ein altes Dilemma der Kim-Dynastie, auch alle seine Vorgänger  wollten die jeweiligen US-Präsidenten zu Besuch haben, doch keiner hat sich bisher dahin gewagt.  Experten zufolge könnte Nordkorea derzeit einen vierten Atomtest vorbereiten.

Weil ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Baden-Württemberg vertrauliche Informationen per Post verschickt hatte, wurde er von seinem Dienstherrn zum Rapport gerufen. Der Zusammenschiss setze ihm dermaßen zu, dass er sich danach für zwei Jahre krankschreiben ließ. Nach seiner Genesung versetzte ihn das Amt in den einstweiligen Ruhestand, er aber wollte sich wegen seinem durch den Chef verursachten 'Schockzustand' eine besser dotierte Unfallrente erstreiten. Damit scheiterte er jetzt vor Gericht: die beim Kläger vorliegende eingeschränkte psychische Verarbeitungskapazität sei nicht der Risikosphäre des Dienstherrn zuzuordnen, begründete der Richter sein Urteil.  

Wer genau hinschaut, dem ist es wahrscheinlich schon aufgefallen: die Kanzlerin schaut schlanker aus. Seit ihrem Sturz soll sie rund 10 Kilo abgenommen haben, berichtet die 'Bild'. Ihren CDU-Bundesgeschäftsführer, Klaus Schüler, hatte sie angewiesen, bei Sitzungen der Parteispitze die Teller mit den Wurstbrötchen außerhalb ihrer Reichweite ganz weit weg von ihr zu platzieren.  Bekanntermaßen neigen die Ostdeutschen zur Fülle, und so wird es nicht lange dauern und die Mutter der Nation kehrt zu ihrem gewohnten Umfang zurück. Hat ja auch was.

Die Brudergemeinschaft des  Lions Club im renommierten Berliner 'Adlon' Hotel staunten gestern Abend nicht schlecht über meinen biografischen Werdegang. Ich selbst war ein wenig überrascht. Doch spannende Fragen hinterher lieferten den Beweis, dass auch alle gut zugehört haben. Zum Cocktail lud später die Weberbank ins angesagte 'Das Stue'. Anlass war die Veröffentlichung einer kleinen Publikation über die wichtigsten Berliner Galeristen. Porsche organisierte den Shuttle; und so war man dann schnell auch wieder zu Hause.

Morgen und übermorgen kommen die News aus Venedig. Im kommenden Jahr ist wieder Biennale, und da gilt es schon die Fäden zu spinnen.

Beste Grüße.

Michael